Museen bewahren nicht nur wertvolle Objekte, sie sind auch Orte des Wissens. Doch ein Großteil dieses Wissens bleibt bislang im Verborgenen: Viele Sammlungen sind nur unvollständig dokumentiert, Herkunftsgeschichten sind schwer nachzuvollziehen und die vorhandenen Daten sind häufig nicht miteinander verknüpft. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) soll die Erschließung, Analyse und Präsentation von Museumsdaten in den kommenden zwei Jahren Forschungsprojekt KI in Museen entscheidend vorangebracht werden.
Gefördert wird das Vorhaben mit rund 2,25 Millionen Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und von der VolkswagenStiftung. Die Jade Hochschule forscht zusammen mit der Verbundzentrale des GBV, der Universität Göttingen, der Leuphana University Lüneburg und der Technischen Informationsbibliothek (TIB) daran, wie Museumsdaten mithilfe von KI erschlossen werden können. Das Projekt markiert einen weiteren Schritt in der digitalen Transformation von Kulturgütern. Ziel ist es, Museumsobjekte für die Forschung und die breite Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen.
Projektziele
Das Forschungsprojekt gliedert sich in vier Arbeitspakete, die jeweils unterschiedliche Herausforderungen im Museumsbereich aufgreifen.
Provenienzforschung
Oft stammen Exponate aus problematischen Kontexten, etwa aus der NS-Zeit oder aus kolonialen Zusammenhängen. KI wird in diesem Arbeitspaket dafür eingesetzt, große Datenmengen schneller zu sichten, Muster zu erkennen und Hinweise auf solche Fälle zu liefern. Gleichzeitig bleibt die Rolle der Fachwissenschaftler_innen unverzichtbar: Sie bewerten die Ergebnisse und stellen sicher, dass die KI-Anwendungen korrekt eingesetzt werden.
- Stichwort 1
- Stichwort 2
Digitale Erschließung
Einige Sammlungen wurden bislang nur in kleinen Teilen durch intensiven manuellen Aufwand erfasst. Mit aktuellen KI-Methoden sollen Bilder und Artefakte automatisch kategorisieren und beschrieben werden. Kombiniert mit effizienten Such- und Visualisierungsmethoden ermöglichen diese Ansätze Fachleuten eine schnelle Überprüfung und Validierung der Vorschläge. Dies ermöglicht eine systematische Erschließung großer Bestände und verbessert die Durchsuchbarkeit und Exploration von Museumsdaten.
- KI-Methoden zur digitalen Erschließung von Museumbeständen
- Effiziente Such- und Visualisierungsmethoden
- Systematische Erschließung, Durchsuchbarkeit und Exploration von Museumsdaten
KI-gestützte Metadatenanreicherung
Viele Objektinformationen in musealen Sammlungen liegen bislang unvollständig oder verteilt über unterschiedliche Textquellen vor. Mithilfe KI-gestützter Verfahren der Sprachverarbeitung werden relevante Informationen aus wissenschaftlichen Publikationen, Grabungsdokumentationen, Sammlungsverzeichnissen und Datenbanken automatisch erkannt, extrahiert und zur Vervollständigung bestehender Objektmetadaten genutzt. Die angereicherten Metadaten werden semantisch mit ihren Quellen verknüpft und in einem vernetzten Datenraum zusammengeführt. Dadurch wird die Qualität, Durchsuchbarkeit und Nachnutzbarkeit musealer Sammlungsdaten verbessert.
- Automatische Extraktion und semantische Anreicherung von Objektmetadaten
- KI-gestützte Analyse objektbezogener Textquellen
- Vernetzung, Austausch und Nachnutzung angereicherter Sammlungsdaten"
Betriebsmodelle für die Praxis
Langfristig sollen die neuen Werkzeuge nicht im Labor bleiben, sondern ihren Weg in den Museumsalltag finden. Dieser Transfer erfordert tragfähige technische und organisatorische Konzepte, die Stabilität und Nutzen garantieren. Das IAPG arbeitet gemeinsam mit einem Unterauftragnehmer daran, die Brücke zwischen Entwicklung und Produktivumgebung zu schlagen. Ein zentraler Baustein ist dabei die KI-Plattform CoSAIR der Jade Hochschule, auf der die Systeme unter realistischen Bedingungen getestet und optimiert werden.
- Forschungsumgebung für KI-Modelle
- Produktivumgebung für KI-Modelle
- Nutzbare KI